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Aktualisierung dieser Site am 09.01.2001 mit Anhängen Mailwechsel DH/DB bapa1 und spätere Havarien. Weitere Aktualisierung am 31.01.2003 mittels Link auf Parallelvorgang am 29.01.2003 nahe S-Bf. Vaihingen mit ebenfalls zweistündiger Fahrgast-Gefangennahme

Die Bahn-Pannenserie nimmt offenbar kein Ende. Kürzlich blieb ein ICE kurz vor der Stuttgarter Hauptbahnhof-Einfahrt hängen, weil die Räder offensichtlich infolge unzulänglicher Gleisreinigung durchdrehten, so dass er bis Cannstatt zurückfahren musste, um einen neuen Anlauf zu nehmen. Noch nicht allzu lange her ist es, als ein ICE in einem Tunnel in der Nähe von Würzburg mehrere Stunden liegen blieb. DB-Erklärung für die überlange Liegezeit: die Kupplung einer herbeigerufenen Diesellok habe nicht zum ICE gepaßt; der bayrische Innenminister Beckstein habe, im Tunnel gefangen, die Zeit genutzt, um Akten aufzuarbeiten, hieß es. Ein anderer ICE blieb auf einer oberirdischen Strecke in der Nähe von Ingolstadt bewegungsunfähig liegen; die Hilfslok mußte erst aus München organisiert werden, was - natürlich - Zeit brauchte und den Fahrgästen stundenlange Zeitverluste brachte. Höchstwahrscheinlich werden die dortigen DB-Notfallmanager auch dort beruhigend bekanntgegeben haben, die Fahrgäste seien zu keinem Zeitpunkt in Gefahr gewesen. Immerhin, so wurde beim Beckstein-ICE tröstend bekanntgegeben, habe das Zugpersonal einige im Tunnel unter Platzangst leidende Fahrgäste durch ein schön langes Tunnelstück hinaus in's Freie begleitet. Nicht nur nach dem schrecklichen Bahnunglück von Kaprun, gilt es, etwas genauer nachzufragen. Dies geschieht hiermit, indem zu den in "Stuttgarter Zeitung" und "Stuttgarter Nachrichten" am 1.12.2000 erschienenen Berichten im Internet öffentlich nachgefragt wird. Zitate aus den Originaltexten von StN und StZ wurden deren Websites entnommen und sind hier rechtsbündig platziert. Nachfragen sind über die ganze Sitebreite gezogen. Dem DB-Notfallmanagement wird hiermit öffentlich die Möglichkeit eingeräumt, zu meinen Fragen auf dieser Website unredigiert zu erwidern, sofern der Text per eMail übermittelt wird und die Textmenge die meiner Fragen nicht überschreitet. Stuttgart, 1. Dezember 2000 Dietrich Hiller, Florentiner Str. 3, 70619 Stuttgart, Fax 0711475270, eMail florent3@gmx.de
Stuttgarter Zeitung 1.12.2000 - Interview Wolfgang Schulz-Braunschmidt mit dem Bahnnotfallmanager (Fragen sind mit " " gekennzeichnet) Ein mit 400 Fahrgästen besetzter S-Bahn-Zug ist am Mittwoch im Tunnel zwischen den Haltestellen Universität und Schwabstraße stehen geblieben. Wolfgang Schulz-Braunschmidt hat den Bahn-Notfallmanager Uwe Walter gefragt, warum die Störung so lange gedauert hat. "Haben Sie die Ursache des erzwungenen Aufenthalts im Tunnel schon geklärt?" Es hat eine Störung in der Oberleitung gegeben, durch die auch die Stromabnehmer des S-Bahn-Zuges beschädigt worden sind. Die Ursache ist noch nicht bekannt.
Die Öffentlichkeit darf wohl nach Kaprun eine rückhaltlose Aufklärung dafür verlangen, wie es zu der Störung und zu der etwa zweistündigen Freiheitsberaubung der Fahrgäste gekommen ist. Es kann nämlich die Oberleitung selbst gewesen sein, aber auch ein Stromabnehmer. Bei beiden könnte mangelnde Wartung bzw. Kontrolle die Ursache sein.
"Befanden sich die Fahrgäste in Gefahr?" Nein, der Zug ist wegen Stromausfalls einfach stehen geblieben. Der Lokführer hat sofort über Lautsprecher informiert. Die Passagiere waren nicht gefährdet, da zu keinem Zeitpunkt die Gefahr eines Brandes bestand.
Hier müsste definitiv aufgeklärt werden, wann genau der Zug stehen blieb, wann der Fahrer genau eine Durchsage gemacht hat, was er genau gesagt hat und ob die Lautsprecher in dem stromlosen Wagen überhaupt funktioniert haben.
"Welche Rettungswege hätte es im Brandfall gegeben?" Dann hätte das Zugpersonal die Fahrgäste über die trotz des Stromausfalls beleuchteten Rettungswege zu einem der fünf und höchstens 350 Meter entfernten Notausstiege geführt. Von dort können auch Rettungskräfte in den Tunnel eindringen. In diesem gibt es außerdem eine Löschwasserleitung.
Stuttgarter S-Bahn-Züge sind (ausgenommen Kurzzüge) mit einem Fahrer und einem Zugbegleiter besetzt. Ein Hinausführen von Fahrgästen kann wohl erst dann erfolgen, wenn das Gegengleis für begehungsfähig erklärt worden ist. Die Frage ist, wer vom Bahnmangament diese Erklärung in welchem Zeitraum abzugeben in der Lage ist. Eine andere Frage ist, ob Rettungskräfte von außen hinlänglich schnell z.B. auch bei Verkehrsstaus herangeführt werden können. Das gilt gerade auch für topographisch schwierige Gelände wie Hasenberg/Dachswald.
"Warum durften die 400 Fahrgäste den Zug erst nach fast zwei Stunden verlassen?" Wir mussten zuerst das zweite Gleis überprüfen. Der Ersatzzug wurde erst dann eingesetzt, als klar war, dass die Strecke befahrbar war. Dieser Zug fuhr dann wie geplant bis nach Backnang.
Die Überprüfung des zweiten Gleises auf Befahrbarkeit durch Züge und auf Begehbarkeit durch Fahrgäste sind zwei paar Stiefel. Die Frage ist doch an den Notfallmanager ist doch, wie lange die Fahrgäste denn noch hätten warten sollen/müssen für den Fall, dass das Zweitgleis zwar nicht befahrbar, aber begehbar ist.
Stuttgarter Nachrichten 1.12.2000, Auszug ks-Artikel, mit " " gekennzeichnet "Die Ursache für den Riss einer Oberleitung und den Notstopp einer S-Bahn der Linie 3 am Mittwoch im Tunnel zur Innenstadt liegt in der Materialermüdung des Fahrdrahts. Untersuchungen des abgerissenen Drahts führten, so der Bundesgrenzschutz (BGS), zu diesem Schluss. Die Oberleitungen, so Bahn-Pressesprecherin Ursula Eickhoff, werden turnusmäßig kontrolliert."
Die Frage stellt sich, ob die angeblichen Materialermüdungen bei ordentlich durchgeführten Kontrollen frühzeitig hätten entdeckt werden können.
"Am Ablauf der Rettungsaktion der DB AG gab es am Donnerstag erhebliche Kritik. Die Bahn hatte in einer ersten Stellungnahme am Mittwoch mitgeteilt, dass die Fahrgäste nach einer Stunde und 40 Minuten befreit worden seien. Tatsächlich, so die übereinstimmende Aussagen von Reisenden und des BGS, konnten die Fahrgäste erst um 16.20 Uhr in eine zweite S-Bahn umsteigen. Die Passagiere waren damit mehr als zwei Stunden in dem Doppelzug gefangen. Ob die Reisenden über einen der drei Querstollen schneller aus der S-Bahn-Röhre hätten befreit werden können, konnte der BGS am Donnerstag nicht sagen." ks
Das heißt also, noch Stunden nach der Havarie weiß noch niemand von den Verantwortlichen zu sagen, was eigentlich konkret Sache ist. Vielleicht kann sich die Deutsche Bahn AG dazu herablassen, über eine ihrer Websites betroffenen Fahrgästen detaillierte Erklärungen zu geben. Angeblich musste die Lok, die den havarierten Zug abschleppte, erst von Kornwestheim herbeigeordert werden. Wäre sie im Umfeld des Hauptbahnhofs (Bahnbetriebswerk) stationiert gewesen, dann hätte die Möglichkeit bestanden, den havarierten Zug von unten her anzufahren, den Zug mit Fahrgästen bis zur Schwabstraße hinunter rollen zu lassen oder bis zur Universität hinauf zu schieben. Das hätte den Fahrgästen die zweistündige Gefangenschaft erspart ... Und späteren Berichten ist zu entnehmen, dass die Information im Zug keineswegs so war, wie von der DB-Pressestelle zunächst behauptet wurde. Auch wird berichtet, selbst unter Platzangst leidende Fahrgäste seien durch die BGS-Präsenz daran gehindert worden, das S-Bahn-Gefängnis auf eigenes Risiko zu verlassen ... VVS-Geschäftsführer Mötsch hat vor dem VRS-Verkehrsausschuss erklärt, der VVS sei von Beschwerdemails geradezu überschwemmt worden - kein Wunder, wenn das Unternehmen Zunkunft eMail-Adressen zu Beginn des dritten Jahrtausends nach uralter Beamtenmanier als geheime Reichssache behandelt ...
Der höchst unbefriedigende, leider ergebnislose Mailwechsel mit der DB in Stuttgart ist in der separaten Website bapa1 für jede(n) nachlesbar festgehalten. Eventuelle Rückfragen an Dietrich Hiller können via Button oben gestellt werden.
Mailwechsel DH-DB betr. S-Bahn-Havarie 29.11.2000 Stuttgart-Hasenbergtunnel Schicksal, allgemeines Lebensrisiko - Überlegungen von Dietrich Hiller vom 15.11.2000 S-Bahn-Havarie Pragtunnel 23.10.2002 LINETEXT / Informationsdienst Linienverkehr ÖV-Pressedoku LINEPRESS Baden-Württemberg LINEPRESS-Doku Deutsche Bahn Weltweite ÖV-Linksammlung LINELINK StIR - Stuttgarter Internet Rundschau S.I.Z - Sillenbucher Internet Zeitung SILLFORUM für Heumaden, Riedenberg, Sillenbuch und den Rest der Welt



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